Okt 2016

Janina, Mutter-Thema – Lösungsorientierte Gesprächstherapie

Janina, Ende 40, wollte gerne die Beziehung zu ihrer Mutter aufarbeiten.

Sie fühlte sich von ihr permanent kritisiert und bevormundet, nichts konnte sie in ihren Augen richtig machen, egal, was sie tat, nichts war gut genug.

Janina hatte das Gefühl, dass sie nicht „reichte“, nicht gut genug war und das irgendetwas mit ihr nicht stimmte, so dass ihre Mutter sie wohl einfach nicht lieben konnte, so wie sie ist.

Grundsätzlich war Janina ein sehr entspannter Mensch, sie steht mitten im Leben, hat eine tolle Familie und ist glücklich.

Nur jedes Mal, wenn ihre Mutter ihren Besuch ankündigte, verfiel sie in regelrechte Aufräum-Attacken, damit ja nichts unordentlich war.
Trotzdem gab es immer etwas zu kritisieren.

Janina ging mit ihrer Mutter ins Restaurant, auch da riet sie ihr zu anderen Gerichten…“nimm doch lieber…“

Diese Aufzählung lässt sich endlos fortsetzen… Von Kleidung über Geburtstagsgeschenke bis zur Kindererziehung…

Die Schleife musste durchbrochen werden.

Nachdem Janina erst einmal alle Geschichten, die ihr auf der Seele lagen, ausgesprochen hatte, konnten wir beginnen.

Was möchte sie mit ihrer Mutter für ein Verhältnis haben?

Was kann sie an ihrer Grundhaltung ändern?

Wie ist es möglich, sich nicht angegriffen zu fühlen?

Könnte es sein, dass die Mutter sie gar nicht verletzen will?

Das die Mutter viele Dinge aus Liebe sagt?

Oder das die Mutter einfach nur Tatsachen feststellt (wie z.B.: der Rasen ist nicht gemäht)?

Janina kann das jetzt als Feststellung betracht und nicht als Kritik, d.h. sie fühlt sich in diesem Punkt schon nicht mehr angegriffen.

Wir haben viele weitere Situationen durchgesprochen und sie aus anderen Blickwinkeln betrachtet, so dass Janina mittlerweile zu einer ganz anderen Grundhaltung und einem anderen Gefühl gekommen ist.

Seitdem hat sich nicht nur das Verhältnis zu ihrer Mutter deutlich verbessert, sondern sie geht mit „gefühlten“ Angriffen und Verletzungen von anderen Personen auch ganz anders um.